29.08.2011

Zahl des Monats September 2011: 328.000

Die durch die Kombination aus Riesenernte und Wirtschaftskrise 2008 entstandenen Überbestände weitgehend abverkauft, kräftige Exportzuwächse erzielt – oberflächlich betrachtet ist die Welt für die neuseeländische Weinindustrie wieder in Ordnung. Die Weinbranche des Landes atmet auf. Dennoch warnen Stuart Smith, Vorstand des Branchenverbands New Zealand Winegrower’s Association, und sein Vize Steven Green eindringlich vor dem Irrglauben, dass die goldenen Tage aus der Zeit vor 2008 zurückkehren. Der Gesamtabsatz der neuseeländischen Weinen ist im aktuellsten Zwölfmonatszeitraum auf 221 Mio. l gestiegen. Dies bedeutet ein sattes Plus von 11% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der damit erzielte Umsatz ist um 5,1% auf 1,093 Mrd. neuseeländische Dollar (NZD) gewachsen (Vorjahreszeitraum: 1,040 Mrd. NZD). Einige Kenndaten der neuseeländischen Weinwirtschaft verdeutlichen die Situation:

Infografik 1

 

 
 

Quelle: www.nz-wine.com / W+M

Neuseeland ist mit etwa einem Drittel der Rebfläche von Deutschland und 698 Erzeugern ein vergleichsweise kleines Weinbauland. Bis zu 75% einer gesamten Ernte werden dabei in einer einzigen Weinregion erzeugt: Marlborough im Nordosten der Südinsel. Der Exportschlager der Neuseeländer ist und bleibt die Rebsorte Sauvignon Blanc, auf die 83% der Exporte entfallen. Der durchschnittliche Flaschenpreis ist zuletzt um 3,5% auf 7,07 NZD gesunken. Noch weniger gesund klingt die Situation für Traubenerzeuger: Die Traubenpreise sind seit 2008 empfindlich geschrumpft und haben sich beinah halbiert.

Die Ernte 2011 ist mit 328.000 t Trauben als die bislang größte Ernte aller Zeiten eingefahren worden. Die Weinbaugebiete auf der Nordinsel (Gisborne, Hawke’s Bay) haben dabei tendenziell kleinere Mengen eingefahren. Marlborough hat hingegen 34% gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Die daraus resultierende Weinproduktion gibt der Verband mit 235 Mio. l Wein an. Um ein Gleichgewicht von Erzeugung und Vermarktung zu erzielen, müssen die Kiwis daher nochmals sportliche 7% Wachstum bei der Vermarktung zulegen.

Dabei sind die Schwerpunkte in einigen großen Märkten verschoben worden. Der größte Markt ist Neuseeland. Großbritannien nimmt mit 34% der Exportmenge noch vor Australien (29,5% des Exportvolumens) Platz 1 unter den internationalen Abnehmerländen ein (siehe Infografik Nummer 2). Wirklich wichtig sind im Export neben Australien und Großbritannien nur noch die USA. Die Ausfuhren nach Australien schrumpfen um 1,4% in der Menge und legten beim Wert um 3,2% zu. Der Export nach Großbritannien wuchs bei der Menge um 10%, schrumpfte aber beim Wert um 1,7%. Die Ausfuhren in die USA ziehen an und verzeichnen mit +21% bei der Menge und 9,6% beim Wert ein überdurchschnittliches Wachstum. Deutschland (+28% Menge, +7% Wert) und die Niederlande (+48% Menge, +27% Wert) gehören aktuell wie auch Hongkong und Japan zu den Wachstumsbringern.

 

Infografik 2  

 

Quelle: www.nz-wine.com/W+M
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