09. Juni 2026
Vielseitiger und solider Jahrgang
Die vollständigen Ergebnisse und den Artikel in voller Länge finden sie unter folgendem Link:
Ein beliebter Termin im Verkostungskalender von WEIN+MARKT ist die alljährliche Verkostung für den Internationalen Scheurebe-Preis, für die sich auch 2026 eine mit Händlern, Einkäufern und Winzern besetzte Fachjury einfand. Für die 11. Iteration des Wettbewerbs reichten 142 Betriebe insgesamt 211 Weine ein. Damit zeigte sich im Jahr 2026 wieder das gewohnte Beteiligungsniveau, nachdem die Zahl der Anstellungen im Vorjahr leicht rückläufig gewesen war. Die niedrigere Zahl beim 2025er Wettbewerb war vor allem auf die schwierige Vegetationsperiode in mehreren bedeutenden Scheurebe-Regionen zurückzuführen. Insbesondere Franken und Baden hatten 2024 teils erhebliche Frostschäden zu verkraften, was sich unmittelbar auf die verfügbaren Mengen und damit auf die Zahl der Wettbewerbseinreichungen auswirkte. Mit dem Jahrgang 2025 normalisierte sich die Situation wieder.
Wie in den vergangenen Jahren spiegeln die Anstellungszahlen aus den einzelnen Anbaugebiete grundsätzlich deren Relevanz der deutschen Scheurebe-Anbauflächen wider. Rheinhessen, das Ursprungsgebiet der 1916 in Alzey von Georg Scheu gezüchteten Scheurebe, verfügt mit 741 ha auch 2025 über die größte Anbaufläche der Rebsorte. Mit 78 Weinen stellte Rheinhessen auch das größte Kontingent beim Wettbewerb dar. Darauf folgten die Pfalz (323 ha) mit 51 und Franken (216 ha) mit 46 Weinen, die Nahe (95 ha) mit 15 sowie Baden (63 ha) mit 6 Weinen. Auch internationale Anstellungen waren vertreten: Vier Weine kamen aus Österreich, ein Wein aus der Schweiz.
Fast die Hälfte
der Stillweine trocken
Stilistisch setzte sich die Tendenz der vergangenen Jahre zu trockenen Varianten der Scheurebe fort. Besonders stark vertreten war die Kategorie „Modern trocken“ (über 5 bis 9 g/l Restzucker) mit 68 Weinen, gefolgt von „Lieblich“ (40), „Halbtrocken/Feinherb“ (32), „Süß“ (30) und „Klassisch trocken“ (bis 5 g/l) mit 26 Weinen. Ergänzt wurde das Teilnehmerfeld durch Schaumweine und edelsüße Varianten. Ein alkoholfreier Tropfen stieß bei der Jury auf großen Anklang und konnte sich somit einen Sonderpreis verdienen. In der Verkostung zeigten sich die Scheureben des Jahrgangs 2025 im Vergleich zu besonders expressiven Vorjahren etwas verhaltener im Duft, dafür aber häufig mit klarer Struktur und präziser Stilistik. Damit bestätigt sich ein Jahrgangsprofil, das weniger auf opulente Primäraromatik und stattdessen auf Fülle setzt. Bei einem durchweg soliden Niveau lagen die eingereichten Weine wie in den vergangenen Jahren wieder qualitativ dicht beeinander. Ab einer Note von 14,0 Punkten erhalten die Weine eine Urkunde, die jeweils drei besten dürfen aufs Treppchen.
JÖRG WINKLER | OLE KOHLS