09. September 2026
Erneut kleine Ernte für Frankreich
Die Talfahrt der französischen Ernteerträge setzt sich zum dritten Mal in Folge fort: Der ersten vorläufigen Schätzung vom 1. September 2026 zufolge wird die Erntemenge bei 34 Mio. hl liegen, 6% unter dem letztjährigen Ergebnis und 17% geringer als der Fünf-Jahres-Durchschnitt von 2021 bis 2025. Das teilte die Statistikbehörde des französischen Landwirtschaftsministeriums, Agreste, mit. Begründet wird der Rückgang mit reduzierten Anbauflächen, die um 2,5% geschrumpft sind, sowie Wetterextremen, vor allem Hitze und Trockenheit. Die Lese begann in vielen Regionen historisch früh bereits vor Mitte August. Die größten Verluste hat der Prognose nach die Champagne zu verzeichnen, deren Erträge mit -48% gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert würden (-46% ggü. 2021 bis 2025). Die Trauben blieben hier extrem klein, das Traubengewicht habe den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Aufgrund des teilweisen hohen Alkoholgehalts der Grundweine hat das Comité Champagne am 9. September zudem eine Ausnahmegenehmigung vom Nationalinstitut für Herkunft und Qualität (INAO) erhalten. Diese erlaubt es erstmalig, Champagner mit einem Alkoholgehalt von mehr als 13% vol bis zur Höchstgrenze von 15% vol in Verkehr bringen zu dürfen. Die Anbaugebiete Burgund und Beaujolais gehören ebenfalls mit -33% (-33% ggü. 2021 bis 2025) zu den großen Verlierern. Hier habe es vor allem den Pinot Noir getroffen mit teilweisen Verlusten von über 50%. Negative Vorzeichen gab es auch bei weiteren Anbaugebieten: Elsass -6% (-11%), Loire -12% (-18%), Jura -36% (-13%), Charentes -6% (-24%) und Südwesten -10% (-12%). Savoyen blieb konstant zum Vorjahr und lag 8% über dem Fünfjahresdurchschnitt. Regenfälle Ende August haben im Bordelais zu einem Mengenzuwachs von 10% gegenüber 2025 geführt, im Fünf-Jahres-Schnitt verlor die Region 11%. Languedoc und Roussillon konnten dank partieller Bewässerung ebenfalls um 5% zulegen (-8%), Korsika -4% (+3%), der Südosten, zu dem auch die Provence und das südliche Rhônetal zählen, erreichte ein Ernteplus von 4% (-2%). -itp-