17. September 2026

Fassweinmarkt global unter Druck

Die weltweiten Fasswein-Exporte sanken zwischen April 2025 und März 2026 mengenmäßig um 10,3% und wertmäßig um 11,8%. Diese Zahlen hat der spanische Weinmarkt-Analyst Rafael del Rey zusammengestellt und die Messegesellschaft Vinexposium in Hinblick auf die bevorstehende World Bulk Wine Exhibition (WBWE) bekanntgegeben. Diese findet am 30. November und 1. Dezember 2026 in Amsterdam im Kongresszentrum RAI statt. Zwei Tage lang kommen dort Produzenten, Händler, Importeure, Distributeure und internationale Einkäufer zusammen, um Fasswein-Volumina zu sichern, geeignete Lieferanten zu identifizieren und Marken auszubauen sowie Geschäftsmöglichkeiten auszuloten, kündigt der Veranstalter an. 2025 zählte die WBWE mehr als 2.150 Fachbesucher aus 60 Märkten und 240 Aussteller. Die 2026er-Ausgabe soll auf dieser Dynamik aufbauen und neue Herkunftsländer sowie Marktakteure präsentieren.
 
Auf dem Fassweinmarkt bleibt Spanien mit 10,2 Mio. hl der weltgrößte Exporteur. Dabei konnten die dortigen Fasswein-Produzenten trotz Mengenrückgang (-5,2%) den Wert um 0,9% steigern. Der globale Durchschnittspreis blieb mit 0,78 Euro/l relativ stabil. Der weltgrößte Importeur nach Menge bliebe im 1. Quartal 2026 Deutschland. Von Januar bis März 2026 importierte Deutschland rund 1,6 Mio. hl Fasswein im Wert von 111 Mio. Euro – das bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,3% nach Menge und 5,1% nach Wert. Spanien hat hierzulande Italien als wichtigstes Herkunftsland abgelöst und lieferte laut del Rey im Zwölfmonatszeitraum bis März 2026 rund 312 Mio. l nach Deutschland. Das Angebot im Fassweingeschäft werde breiter, da Weißweine, Rebsortenweine, Bag-in-Box-Verpackungen sowie No-/Low-Produkte an Bedeutung gewinnen, heißt es weiter in der Analyse. In Regionen wie Afrika entstünden neue Chancen. Bezeichnend für die aktuelle Situation seien der weiterhin hohe Kostendruck, Logistikprobleme und veränderte Beschaffungsstrategien, die zu einer Neuausrichtung von Liefermodellen führen würden. -ja-