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19. März 2020

Fenaco übernimmt Provins

Die in Bern beheimatete Agrargenossenschaft Fenaco will gemeinsam mit der 1930 gegründeten Walliser Winzergenossenschaft Provins „eine strategische Partnerschaft“ eingehen. „Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, schlägt der Verwaltungsrat von Provins den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor. Über eine Kapitalerhöhung soll die Fenaco die Mehrheit an der Provins SA übernehmen“, heißt es in einer von beiden Unternehmen abgestimmten Meldung auf der Homepage von Fenaco. Provins gilt als der bedeutendste Weinproduzent der Region Wallis. Interesse an einer Übernahme hatte laut Schweizer Medien auch das Unterwalliser Weinhaus Rouvinez bekundet. „Dank der Finanzkraft von Fenaco kann Provins unmittelbar nach der Transaktion die Ernte 2019 mit den Winzerinnen und Winzern abrechnen.“ Laut Angaben Schweizer Medien ist Provins mit über 50 Mio. Franken verschuldet, habe folglich Liquiditätsengpässe gehabt und sei nicht mehr in der Lage gewesen , am Kapitalmarkt neues Geld zu beschaffen. Die Folge: Die Winzer der Genossenschaftsfamilien warten noch immer auf ihr Geld für die abgelieferten Trauben aus dem Jahr 2019. Die außerordentliche Generalversammlung von Provins soll nun am 14. April über die Umwandlung von einer Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft abstimmen. Christian Consoni, Mitglied der Geschäftsleitung von Fenaco, sieht neue Absatzmöglichkeiten für Provins: „Provins ist die größte Kellerei der Schweiz mit einer starken Marke und erstklassigen Produkten. Wir sind überzeugt, dass wir das Potenzial von Provins zusammen mit unseren Vermarktungsmöglichkeiten, zum Beispiel über die eigenen Detailhandelsformate LANDI, Volg und TopShop, noch besser nutzen können. Wir freuen uns darauf, in Zukunft eng mit den Walliser Winzerinnen und Winzern zusammenzuarbeiten und ihnen eine nationale Plattform zu bieten.“ Otmar Hofer, Geschäftsführer von Provins, erklärt: „Mit der Fenaco haben wir den idealen Partner gefunden, um Provins weiterzuentwickeln. Als führende bäuerliche Genossenschaft der Schweiz hat die Fenaco nicht nur viel Verständnis für die Anliegen der Produzentinnen und Produzenten, sondern auch einen eindrücklichen Erfolgsausweis. Gemeinsam verfügen wir über die notwendigen Stärken, um eine neue, starke Provins zu schaffen, auf die wir alle stolz sein können.“ Provins wird laut Unternehmensangaben innerhalb der Fenaco als eigenständiges Walliser Unternehmen weitergeführt. Auch am bewährten integralen Geschäftsmodell – vom Rebstock bis zur Flasche – solle festgehalten werden. Dank der Beteiligung von Fenaco seien auch wieder langfristige Investitionen in Provins und den Weinbau im Kanton Wallis möglich. -ja-