09. Juli 2026

Getränkefachgroßhandel unter Druck

Die angespannte Wirtschaftslage in Deutschland belastet auch den mittelständischen Getränkefachgroßhandel. Das zeigt die Konjunkturumfrage für die Jahre 2025/2026 des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV GFGH), an der sich 109 Mitgliedsunternehmen beteiligten, teilt der Verband mit. Nur 34,8% der Unternehmen bewerteten demnach ihr Geschäftsergebnis für das Jahr 2025 mit „sehr gut“ oder „gut“. Im Vorjahr 2024, das stärkste der vergangenen drei Jahre, waren es noch 57,2% gewesen. Für die ersten fünf Monate des Jahres 2026 berichteten 44,2% der BV-GFGH-Mitglieder von rückläufigen Umsätzen, 59,7% von sinkenden Erträgen. Auf die aktuelle Konjunkturlage reagieren die Unternehmen differenziert, so der BV GFGH: „Ein Teil fährt Investitionen zurück, während andere bewusst in die Zukunft ihres Unternehmens investieren.“ 24,8% der Unternehmen berichteten von gestiegenen Investitionen, 17,4% von rückläufigen Investitionen. Nach einem stabilitätsorientierten Jahr 2025 sei der Anteil der Unternehmen mit unveränderten Ausgaben auf 56,9% gesunken. Gleichzeitig werde der wirtschaftliche Druck durch den nahezu verdoppelten Anteil an Unternehmen verdeutlicht, die vollständig auf Investitionen verzichtet haben – von 6,5 auf 11,9%. Beim Fachkräftemangel bleibe die Logistik der entscheidende Engpass der Branche. „Umso wichtiger sind jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Investitionen und unternehmerisches Handeln wieder erleichtern“, sagt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH. Mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind die Mitgliedsunternehmen laut der Umfrage unzufrieden: Rund 65% bewerteten sie negativ. „Ein klarer Handlungsauftrag“, so Reinsberg, der Impulse fordert, die dem Mittelstand „Investitionen ermöglichen statt erschweren“. -red-