25. September 2025

Gute Ernte und schlechte Aussichten

Baden-Württembergs Winzergenossenschaften blicken zwiespältig in die Zukunft: Während sie für 2025 eine qualitativ hervorragende Ernte erwarten, rechnen sie mittelfristig mit erheblichen Produktionsrückgängen. „Die in den Genossenschaften angelieferten Qualitäten sind exzellent. Die Trauben sind sehr gesund und verfügen über eine sehr gute Aromareife“, erklärte Dr. Ulrich Theileis, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der genossenschaftlich organisierten Weingärtner. Trotz der guten Aussichten für den Jahrgang 2025 prognostiziert der Verband einen Produktionsrückgang von 20 bis 30%. Grund sind Betriebsaufgaben und der Verlust von Rebflächen. Die wirtschaftliche Situation der Branche beschreibt Theileis als „prekär“. Winzer und Genossenschaften sähen sich steigenden Kosten, verschärftem Wettbewerb sowie Problemen beim Absatz und den Preisen ausgesetzt. Zusätzliche Sorgen bereiten mögliche Auswirkungen von US-Zöllen. Obwohl die Genossenschaften in Baden-Württemberg kaum in die USA exportieren, befürchtet der BWGV, dass andere betroffene Weinbauregionen verstärkt auf den deutschen Markt drängen könnten.
 
 
 
Die aktuellen Geschäftszahlen verdeutlichen die Probleme: Im ersten Halbjahr 2025 verkauften die baden-württembergischen Winzergenossenschaften 64,2 Mio. l Wein und Sekt – ein Plus von 4,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank der Umsatz aber um 6,5% auf 189,5 Mio. Euro.
 
Bereits 2024 hatte sich dieser Trend abgezeichnet: Der Gesamtabsatz ging um 1,8% auf 128,4 Mio. l zurück, der Umsatz sank um 2,6% auf 410,9 Mio. Euro. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während in Baden 2024 sowohl Absatz (+1,9% auf 79,3 Mio. Liter) als auch Umsatz (+0,6% auf 246,6 Mio. Euro) leicht stiegen, brachen in Württemberg beide Werte deutlich ein. Hier sank der Absatz um 7,2% auf 49,1 Mio. l und der Umsatz um 7,1% auf 164,3 Mio. Euro. -ja-