Facebook   Twitter   G+   Kontakt

20. Oktober 2011

Deutsche Weinernte „passt ins Marktgeschehen“

„Die deutschen Weinerzeuger freuen sich über einen sehr guten Jahrgang 2011, der in nahezu allen Anbaugebieten in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird.“ Das teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) in seiner Herbstpressekonferenz in Mainz mit. Laut DWI gehen die neuesten Schätzungen davon aus, dass die deutsche Weinernte 2011 rund 9,15 Mio. hl gebracht hat. Der Ertrag würde sich damit nur knapp unterhalb des  langjährigen Durchschnittslevels und 30% über dem Niveau des Vorjahres bewegen. Der Jahrgang 2010 war allerdings mit 7,1 Mio. hl mengenmäßig außergewöhnlich klein ausgefallen. „Nach der sehr kleinen 2010er Weinernte waren die Keller gut geräumt, und die Nachfrage konnte nicht in allen Fällen in vollem Umfang befriedigt werden“, kommentiert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass die deutschen Winzer nun mit dem 2011er Jahrgang auch aufgrund des „sehr guten Preis-Qualitäts-Verhältnisses“ die im vergangenen Jahr verlorenen Marktanteile wieder zurückgewinnen können - zumal 2011 europaweit nach den aktuellen Prognosen mit etwa 164 Mio. hl eine leicht unter­durchschnittliche Weinmosternte zu erwarten sei. Zur Entspannung dürfte nach Reules Einschätzung auch beitragen, dass Italien (das wichtigste Land in der deutschen Importhitliste) mit einem Ernteminus von 15% rechne. In Deutschland wurde dieses Jahr lediglich in Franken (-21%), Württemberg (-30%) und Teilen der Pfalz (-6%) aufgrund von Frostschäden weniger geerntet als im langjährigen Durchschnitt. Insgesamt passe der Jahrgang 2011 aber sehr gut in das aktuelle Marktgeschehen, betont Reule. „Qualitativ gesehen, lässt der Jahrgang 2011 keine Wünsche offen“, ergänzt Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes. „Dank des Bilderbuchherbstes erreichte ein großer Teil der Ernte das Prädikatsweinniveau. Die Weinfreunde bekommen beim 2011er viel Wein fürs Geld und können bei allen Qualitätsstufen aus dem Vollen schöpfen“, schwärmt Weber.  -wer-
 
Prognostizierte Weinmosterntemengen in den deutschen Anbaugebieten 2011 
Anbaugebiet
Ernteschätzung 2011 in hl
Differenz zu
10-jähr. Mittel
Differenz zu 2010
Ahr
47.000
+18 %
+38 %
Baden
1.350.000
+8 %
+27 %
Franken
360.000
- 21 %
+2 %
Hess. Bergstraße
34.000
+6 %
+79 %
Mittelrhein
43.000
+34 %
+87 %
Mosel
987.000
+12 %
+43 %
Nahe
395.000
+16 %
+45 %
Pfalz
2.100.000
- 6 %
+30 %
Rheingau
258.000
+8 %
+69 %
Rheinhessen
2.700.000
+6 %
+36 %
Saale-Unstrut
48.000
+30 %
+50 %
Sachsen
24.000
+33 %
+100 %
Württemberg
800.000
- 30 %
0 %
Deutschland
9.146.000
- 1 %
+30 %
Quelle: DWI