13. Mai 2026

OIV attestiert Resilienz

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV), Dijon, hat ihren Bericht „State of the World Wine Sector“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach liege der Wert des weltweiten Handels weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie, obwohl dieser und die gehandelte Menge aufgrund von Zollmaßnahmen und wirtschaftlichen Faktoren zurückgingen. Laut OIV bringen es die globalen Weinexporte auf 94,8 Mio. hl (-4,7%) im Wert von 33,8 Mrd. Euro (-6,7%). Mengenmäßig betrachtet war etwas mehr als die Hälfte des gehandelten Weins in Flaschen gefüllt, rund ein Drittel entfiel auf Fassware, den Rest teilen sich Bag-in-Box und Schaumweine. Mit 21,0 Mio. hl im Wert von 7,8 Mrd. Euro bleibt Italien Wein-Exportmeister vor Spanien (19,6 Mio. hl und 3,0 Mrd. Euro) sowie Frankreich (12,5 Mio. hl und 11,2 Mrd. Euro). Auf Importseite ist Deutschland mengenmäßig vor den USA angesiedelt, wertmäßig verhält es sich umgekehrt. Die Bundesrepublik bringt es dabei, so die OIV, auf 12,9 Mio. hl im Wert von 2,6 Mrd. Euro, die USA auf 12,0 Mio. hl im Wert von 5,5 Mrd. Euro.
 
 
 
Die Produktion sei durch klimatische Ereignisse auf beiden Halbkugeln beeinträchtigt gewesen, was zum dritten Mal in Folge zu einer weltweit schwachen Ernte führte. Insgesamt habe diese 227 Mio. hl betragen und damit +0,6% mehr als 2024. Dies habe jedoch dazu beigetragen, den weltweiten Produktionsüberschuss ein Stück weit auszugleichen. Weltweit wurden 2025 laut OIV-Schätzung rund 208 Mio. hl Wein konsumiert, was -2,7% gegenüber 2024 bedeutet. In Relation zu 2018 betrage der Konsumrückgang 14%. Als Wachstumsmärkte gelten dabei Portugal (+5,6%), Brasilien (+41,9%), Japan (+6,8%) sowie Teile Mittel- und Osteuropas (zum Beispiel Rumänien mit +11,0% oder Tschechien mit +5,4%). Für Deutschland hingegen gibt die OIV -4,3% an.
 
 
 
„Ein drittes Jahr mit vergleichsweise geringer weltweiter Produktion bedeutet, dass Produktion und Verbrauch weitgehend im Gleichgewicht sind, wodurch die Auswirkungen des geringeren Verbrauchs auf die Lagerbestände minimiert werden“, teilte die OIV mit. Die Diskrepanz zwischen Verbrauch und Produktion schätzt die OIV auf rund 18,7 Mio. hl, schließlich werden ca. 30 Mio. hl für Destillation, Essigherstellung, weinhaltige Produkte und Spirituosen verwendet. „Insgesamt zeigt der Sektor seine Widerstandsfähigkeit, indem er sowohl nach neuen Marktchancen sucht als auch die Produktionskapazitäten an die Nachfrage anpasst. Der Handel und der Produktwert bleiben stark, und die jüngsten bilateralen oder multilateralen Handelsabkommen werden dazu beitragen, positive Bedingungen für sich entwickelnde Märkte zu schaffen“, fasst OIV-Generaldirektor John Barker zusammen. -swe-