13. August 2026
Prognose nach Umsatzdämpfer gesenkt
Die Hawesko Holding SE, Hamburg, hat im ersten Halbjahr 2026 weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum und passt die Prognose für das Gesamtjahr nach unten an. Gleichzeitig teilt der Wein- und Spirituosenhändler mit, an seiner Effizienz zu arbeiten und Kosten einzusparen. Der Hawesko-Konzernumsatz ging in der ersten Jahreshälfte 2026 laut dem aktuellen Geschäftsbericht von 285,1 auf 274,8 Mio. Euro zurück. Das operative EBIT belaufe sich auf 5,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro). Die Rohertragsmarge stieg auf 45,2% nach 43,9% im Vorjahr. Ein Teil des konzernweiten Umsatzrückgangs geht laut Hawesko auf die „bewusste Abgabe unrentablen Umsatzes im B2B“ in Höhe von etwa 5 Mio. Euro zurück. Das habe in diesem Bereich zu einem Minus von 4,9% beigetragen habe, während sich Marge und Ergebnis verbesserten. Die operative EBITDA-Rendite im B2B-Geschäft verbesserte sich in der ersten Jahreshälfte demnach auf 4,7% (Vorjahr: 4,2%). Das operative EBIT sei auf 2,6 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro). „Das Segment bewegt sich damit klar in die richtige Richtung“, resümiert das Unternehmen die B2B-Entwicklung. Der Halbjahresumsatz im Einzelhandel lag laut Bericht 1,5% unter dem Vorjahreszeitraum. „Gezielte Neueröffnungen“ hätten dabei den Umsatz bei Jacques‘ mit einem Minus von 0,8% vergleichsweise stabil gehalten. Bei der österreichischen Gesellschaft Wein & Co gab es jedoch einen „spürbaren Umsatzrückgang“ zu verkraften. Gründe dafür seien ein schwaches Online-Geschäft und „Anlaufschwierigkeiten beim Wechsel des Logistikdienstleisters im Juni“ gewesen. Die Umsatzverluste des ersten Halbjahres 2026 sind im weiteren Jahresverlauf wohl nicht mehr auszugleichen: Auch das begonnene dritte Quartal liege angesichts eines weiterhin schwachen Gesamtmarkts bereits unter den Erwartungen. „Zugleich zeichnet sich allenfalls eine überschaubare saisonale Aufhellung im weiteren Verlauf des Jahres 2026 ab“, teilt der Konzern weiter mit. Deshalb habe der Vorstand der Hawesko Holding die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angepasst: Beim Konzernumsatz erwarte das Unternehmen einen Rückgang um 2 bis 4% im Vergleich zum Vorjahr (2025: 622 Mio. Euro) – zuvor ging man noch von einem Plus von 2% aus. Auch beim Free Cashflow (von 30–36 auf 23–26 Mio. Euro), bei der erwarteten Rentabilität des eingesetzten Kapitals (ROCE; 9–11% statt 11–14%) und dem operativen EBIT korrigiert das Unternehmen nach unten. Um der Nachfrageschwäche entgegenzuwirken, habe die Hawesko Holding allein im ersten Halbjahr 2026 in den Bereichen IT, Künstliche Intelligenz und Werbung 1,5 Mio. Euro mehr investiert als im Vorjahr. Darüber hinaus kündigt die Hawesko an, sich im E-Commerce verschlanken zu wollen. Ein entsprechendes Maßnahmenbündel werde im Herbst auf den Weg gebracht. -red-