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20. August 2007

Wein spricht Deutsch




Anders als viele seiner Landsleute hat der Brite Stuart Pigott sein Herz an Deutschland verloren, besser gesagt an die deutschen Weine, deren Entwicklung er seit vielen Jahren aufmerksam und kritisch begleitet und über die er in verschiedenen Medien schreibt. Nun hat er in Zusammenarbeit mit fünf Fachautoren den deutschen Weinen das vorliegende Monument von einem Buch gewidmet. Es lädt ein zu einer Entdeckungsreise in alle deutschen Weinanbaugebiete und zu unseren deutschsprachigen Nachbarn nach Luxemburg, Österreich und Südtirol. Jedes Anbaugebiet wird ausführlich beschrieben mit sehr viel Aufmerksamkeit nicht nur für Klima, Böden und Rebsorten, sondern auch für die Entwicklungen der dortigen Anbaumethoden und Weinstile. Dazu werden exemplarisch verschiedene Winzer und ihre Weine vorgestellt. Detaillierte Karten, Statistiken und Fotos runden die Kapitel ab. Zusätzlich bietet das Werk Weinwissen für Einsteiger und Kenner, ein ausführliches Glossar und die Adressen der Weingüter. Das Buch überzeugt durch eine sehr lebendige Sprache, seinen übersichtlichen Aufbau und die detaillierte Sachkenntnis der Verfasser. Herausragend ist aber die Analyse der deutschen Weinkultur, mit der Stuart Pigott die Leser zu Beginn auf das Thema einstimmt. Er untersucht nicht nur die Entwicklung des Weinbaus im deutschsprachigen Raum, sondern grenzt sie ab zu den Traditionen in anderen Kulturräumen – eine Leistung, die längst überfällig war und aufzeigt, dass der deutsche Wein ebenso wie der italienische oder französische eine eigene Identität hat. -gg-
 
Stuart Pigott, Wein spricht deutsch. Weine, Winzer, Weinlandschaften. Scherz Verlag, ca. 700 S., gebunden, 78 Euro. Im gleichen Verlag erschienen und ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert: Stuart Pigott, Wilder Wein, 22,90 Euro
 
Bezug über www.landmedia.de