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19. Dezember 2018

Stettener Genossen wollen Remstalkellerei verlassen

Die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Remstalkellerei (siehe faxline 49/2018) muss nun auch noch einen Mitglieder-Aderlass befürchten. Die Weingärtnergenossenschaft Stetten, eine der eigenständigen Ortsgenossenschaften, führte mit der Weinkellerei Kern in Kernen-Rommelshausen bereits Verhandlungen wegen einer Zusammenarbeit. Auslöser war nicht die kürzlich von der zentralen Remstalkellerei bekanntgegebene ausgesetzte Auszahlung des Traubengeldes für drei Monate. Gespräche zwischen Stetten und Kern (gegründet 1903 in Stuttgart) fanden schon vorher statt. Das Familienunternehmen, das von 146 Weingärtnern aus ganz Württemberg mit Trauben von 130 ha beliefert wird, hat durch seinen 2012 fertiggestellten Neubau die notwendigen Kapazitäten, um die Trauben von rund 50 ha aus Stetten verarbeiten zu können. Laut Rüdiger Borck, dem Vorstandsvorsitzenden der Ortsgenossenschaft, habe man auch bei den Genossenschaftskollegen im nahen Fellbach angeklopft. Aber hier habe kein Interesse an einer Kooperation oder einer Fusion bestanden. Bis der Deal mit Kern in trockenen Tüchern ist, wird indes noch reichlich Wasser die Rems hinabfließen. Derzeit wird in Stetten überlegt, ob man zwischen den Jahren eine außerordentliche Mitgliederversammlung organisieren kann, bei der dann ein Austritt beschlossen werden könnte. Der muss bis zum 31. Dezember erklärt sein, da sich sonst die Kündigungsfrist von zwei Jahren um ein weiteres Jahr verlängert. Ob sich neben Stetten noch andere der neun Ortsgenossenschaften von der Zentrale in Weinstadt-Beutelsbach abwenden, ist unklar. „Es gibt Gerüchte, es könnte etwas im Busch sein“, orakelt Borck. Tatsache ist, dass die Remstalkellerei ihren Schrumpfungsprozess wohl weiter fortsetzen wird. 1980 konnte man 900 ha Rebfläche vorweisen, zuletzt waren es noch 539 Hektar. -kn-