1.11.2011

Zahl des Monats November 2011: 174 Mio Euro

Nicht ganz halten konnten die deutschen Weinexporteure ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; er sank um 2% auf 174 Mio. Euro, wie Monika Reule während des jüngsten Exportforums des Deutschen Weininstituts (DWI) in Oppenheim berichtet. Nach Auskunft der DWI-Geschäftsführerin verringerte sich dabei allerdings der Absatz um 15% auf 766.000 hl.

Vor allem das Geschäft in der Preiseinstiegsstufe sei stark zurückgegangen. Da deutsche Weine gerade in Großbritannien im Billigsegment gut vertreten waren, sind die Absatzrückgänge im britischen Markt mit 26% besonders deutlich. Die Entwicklungen in den einzelnen Exportmärkten verliefen laut Reule unterschiedlich. Trotz der knappen verfügbaren Mengen nach der kleinen deutschen Weinernte 2010 konnten in den USA, der Niederlande, in Norwegen, Kanada, China, Finnland und Dänemark teilweise beachtliche Wertsteigerungen realisiert werden. Mit fast einem Drittel der exportierten deutschen Weinmenge ist die USA der wichtigste Exportmarkt Deutschlands.

Das stärkste prozentuale Wachstum meldete die DWI-Chefin für China. Zwar sei das Gesamtvolumen von 20.000 hl noch immer klein, das Umsatzplus von 87% sei aber bemerkenswert, da fast alle Wein produzierenden Länder sich um den chinesischen Markt bemühen und in China in Sachen Wein quasi eine Goldgräberstimmung ausgebrochen sei. Reule kündigte an, im nächsten Jahr die DWI-Aktivitäten in China ausbauen zu wollen.

Wer die Entwicklung der inzwischen von seiten des Verbands deutscher Weinexporteure bis ins Jahr 2000 zurück von Reexporten befreiten Exporte analysieren will, bekommt den Überblick in dieser interaktiven Karte.

Infografik1:

Vom Ausgangspunkt Jahrtausendwende aus sieht vieles positiv aus. Der Umsatz im Export hat sich von 276 Mio. Euro auf zwischenzeitlich 434 Mio. Euro verbessert und ist im Zuge der Weltwirtschaftskrise seither wieder etwas eingebrochen. Da sich das Exportvolumen im wesentlichen seit 2000 (1,996 Mio. hl) bis zum letzten ganzjährig vorliegenden Ergebnis (2,053 Mio. hl ) nur wenig (exakt um 2,8% bei der Menge in zehn Jahren) verändert hat, ist beim Durchschnittspreis €/hl da also doch eine beachtliche Wertsteigerung  von 39,1% erreicht worden.

 

Wie sich die Schwerpunkte unter den Absatzmärkten der exportaktiven deutschen Winzer geändert haben, zeigt die Infografik 2:


Quelle: www.deutscheweine.de

Der noch Anfang dieses Jahrzehnts das deutsche Exportgeschehen beherrschende britische Markt hat seit 2004 an Bedeutung verloren und nähert sich mittlerweile der Bedeutung der Niederlande an. Die USA sind im Zuge dieses Jahrzehnts zum Trio der wichtigsten Partner aufgestiegen. Neben diesen drei großen Exportzielen hat sich nach vielversprechenden Anfängen, etwa in Japan, zuletzt kein Land mehr in der Größenordnung von mehr als 20 Mio. Euro Umsatz entwickeln lassen.Eine Detailanalyse verrät auch, dass manche Märkte (in unserer Grafik sind es Blasen) auch ganz plötzlich aus der Erfassung herausfallen, wenn Handelspartner das Geschäft einstellen.

 

 

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