2.12.2011

Zahl des Monats Dezember 2011: 1,20

Inventurverluste, Warenschwund – zu diesem Thema liegen neue Erkenntnisse vor. Im deutschen Einzelhandel sollen im Zwölfmonatszeitraum von Juli 2010 bis Juni 2011 Kosten von 5,4 Mrd. Euro verursacht worden sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Centre for Retail Research, Nottingham. Mit methodischer Unterstützung  durch Checkpoint Systems, Heppenheim, einem Anbieter für Warensicherungssystemen, kommt dieses Forschungsinstitut zur Schlussfolgerung, dass der Schwund eine Größenordnung von 1,20% des Umsatzes angenommen hat. Der Zuwachs zum Vorjahr, in dem die (Vergleichs-)Kennzahl 1,12% betragen haben soll, beziffert das Centre for Retail Research auf +7,1%. Damit soll nicht nur ein prozentualer Rekordanstieg, sondern für Deutschland auch das höchste Niveau des Warenschwunds der vergangenen Jahre erreicht worden sein. Die Studie wurde für 43 Länder durchgeführt. 1.187 Unternehmen haben „brauchbare Reakionen“ eingesendet. Der gemeinsame Umsatz der beteiligten Unternehmen belief sich auf 984 Mrd. US-Dollar. Deutschland nimmt darin einen guten 7. Platz am unteren Rand der Tabelle ein. Die niedrigsten Quoten hatten Taiwan (0.91%) und Hongkong (0,95%). Indien (2,38%) und Russland (1,74%) weisen in dem Ranking die Höchstwerte auf. Schlechtere Ergebnisse als Deutschland erzielen die USA (1,59%), Frankreich (1,40%) oder auch Großbritannien (1,37%). Besser als Deutschland (1,20%) schneiden Österreich (1,04%) und die Schweiz (1,04%) ab.

Das EHI-Retail Institute, Köln, kommt in seinen Untersuchungen zum Thema Inventurdifferenz zu einem anderen Ergebnis. An dieser Studie haben sich 88 Unternehmen mit fast 15.000 Verkaufsstellen  beteiligt. Der gemeinsame Umsatz dieser Unternehmen soll bei 61 Mrd. Euro liegen. Die  Inventurdifferenzen beziffert das EHI Retail Institute auf 3,7 Mrd. Euro. Interessant ist aber die Einschätzung, dass die Verlustraten dieser Untersuchung zufolge um 4,8% gegenüber dem Vorjahr gefallen sein soll. Die Inventurdifferenz soll sich laut EHI – gerechnet in Nettoeinkaufspreisen in Relation zum Nettoumsatz - von 0,63% (Vorjahreswert) auf 0,60% verbessert haben. Die Kosten für die Kunden: „Jeder ehrliche Kunde beteiligt sich mit über 1% des Kaufpreises an den Schäden durch Diebstahl.“

Institut

Kosten in Umsatzprozente

Kosten durch Warenschwund

Vergleichstrend

Centre For Retail Research/ Checkpoint Systems

1,20%

5,4 Mrd. Euro/ 7,303 Mrd. US-Dollar

+7,1%

EHI Retail Institute, Köln

0,60% Netto

 

„über 1% des Kaufpreises“

4,9 Mrd. Euro:

(3,7 Mrd. Euro Schwund + 1,2 Mrd. Euro Gegenmaßnahmen)

-4,8%

Beide Untersuchungen sind sich einig: Auf klauende Kunden soll der Großteil der Verluste entfallen (EHI: 52%, Centre for Retail Research: 43,2%). Eigene Mitarbeiter haben demnach den kleineren Teil des Schwunds zu verantworten. Die Ergebnisse der Studien stehen in der Trendanalyse allerdings weiterhin unvereinbar gegenüber.

http://www.retailresearch.org/grtb_currentsurvey.php  

 

http://www.ehi.org/presse/pressemitteilungen/detailanzeige/article/ladendiebstahl-kriminalitaet-mit-hoher-dunkelziffer.html

 


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