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11. Januar 2017

2013 Purgatori

Icon Wine mit Potenzial

91 Punkte


    Häufig sind komplexe Rotweine von leisen Nebengeräuschen unerwünschter biologischer Aktivitäten begleitet. Nicht so bei diesem Wein. Mit voller Kraft schöpft er aus dem unendlichen Geschmacksrepertoire der kerngesund geernteten Trauben. Eine ganze Palette von positiven Attributen, die einem zu Rotwein einfallen, sind hier in schönster Ausprägung vorhanden – von der fantastischen Farbe über unzählige Früchte und perfekten Holzeinsatz bis hin zu den mürben Tanninen, die den Wein noch viele Jahre tragen werden.    

Die Miguel Torres S.A. gehört zu den Aushängeschildern der spanischen Weinbranche und gilt als einer der Big Player des Landes. Das Familienunternehmen aus Vilafranca del Penedès verkauft pro Jahr um die 40 Mio. Flaschen Wein, realisierte zuletzt einen Jahresumsatz von 263 Mio. Euro und besitzt 2.432 ha Rebfläche (davon 2.000 ha in Spanien, 400 ha in Chile und 32 ha in Kalifornien). Die Weinbauaktivitäten in Spanien umfassen die Gebiete Catalunya, Conca de Barberà, Costers del Segre, Penedès, Priorat, Terra Alta, Rías Baixas, Ribera del Duero, Rioja und Rueda. In Lleida, in der DO Costers del Segre, kaufte Torres in den 1990er Jahren 800 ha Land, von denen 175 ha mit Reben bepflanzt sind. Im September 2016 fiel dort der Startschuss für den Bau einer 1.650 qm großen Kellerei, in der der „Icon Wine“ Purgatori (eine Cuvée aus Cariñena, Garnacha und Syrah) erzeugt werden soll. Das Premiumgewächs ist vor allem für den Einsatz in der gehobenen Gastronomie vorgesehen. Der Neubau entsteht auf dem Gelände des historischen Bauernhauses Mas de l’Aranyó, das 1770 von den Mönchen des Klosters Montserrat errichtet wurde. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Bauarbeiten im Sommer 2017 abgeschlossen sein – rechtzeitig vor der Produktion des dann 5. Purgatori-Jahrgangs. Die Mönche hatten sich in dem für seinen kargen Boden und sein unwirtlich raues Klima bekannten Gebiet Els Desterrats („die Verbannten“) zur Buße niedergelassen. Ihre Sühne bestand darin, diesen kargen Flecken Erde zu bewirtschaften, um die Diözese mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Dabei nutzten sie Land auch für die Weinerzeugung. Einmal sollen einige ihrer Weinfässer auf mysteriöse Weise verschwunden sein, und manche behaupteten, Engel hätten sie mit in den Himmel genommen. An diese Geschichte knüpft der Purgatori an, der seit Herbst 2016 über Wein Wolf, Bonn, auch auf dem deutschen Markt verfügbar ist. Vom Jahrgang 2013, der bei unserer verdeckten Verkostung für Aha-Effekte sorgte, wurden nach Unternehmensangaben 3.000 Kisten (à 12 Flaschen) erzeugt. Von künftigen Jahrgängen dürfte es etwas mehr geben, denn die Produktionskapazität der neuen Kellerei ist auf 20.000 Kisten ausgelegt.
 
www.weinwolf.de,
www.torres.es